Künstliche Intelligenz, Apple & iOS +2

Apple zahlt doppelt: Der verzweifelte Kampf um DRAM-Chips von Samsung

22.04.2026 3 Min. Lesezeit
Foto: © Unsplash | @steve_j
Zurück

Apple hat im April 2026 den Verkauf mehrerer Desktop-Konfigurationen faktisch eingestellt.

Betroffen sind vor allem RAM-intensive Modelle: Der Mac mini mit 32 GB und 64 GB sowie der Mac Studio mit 128 GB und 256 GB Unified Memory sind im US-Store und teilweise in Europa als „derzeit nicht verfügbar“ gelistet.

Es gibt keine Option zur Bestellung und keinen Liefertermin.

Für Konfigurationen, die noch bestellbar sind, sind die Lieferzeiten auf bis zu 16 bis 18 Wochen explodiert. Der Grund ist eine beispiellose Verknappung von DRAM und NAND-Flash.

Laut Analysten von Gartner und CNET werden aktuell etwa 70 % der weltweiten Speicherproduktion von KI-Rechenzentren (wie OpenAI und Alphabet) absorbiert. Dies führt dazu, dass Speicherpreise bis Ende 2026 voraussichtlich um 130 % steigen werden.

Technische Hintergründe und strategische Verzögerungen

Apple versucht händeringend, die Produktion am Laufen zu halten, und zahlt Berichten zufolge bereits den doppelten Preis für DRAM-Module an Samsung. Dennoch erzwingt der Mangel strategische Anpassungen:

Die ursprünglich für den Sommer 2026 geplante Einführung des M5 Mac Studio wurde auf Oktober verschoben. Sogar das geplante Touchscreen-MacBook-Pro rutscht aufgrund der Komponentenkrise tiefer in das Jahr 2027.

Ein Blick in das Zubehör-Regal zeigt das Ausmaß: SanDisk Extreme SSDs im Apple Store haben sich im Preis verdreifacht (von 120 auf 360), da auch externe Speicherbausteine Mangelware sind.

© Dieses Bild wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert

Die Branche rechnet damit, dass PC-Preise im Schnitt um 17 % steigen werden, während Einstiegsmodelle unter 500 Euro bis 2028 fast vollständig vom Markt verschwinden könnten, da die Hersteller die gestiegenen Materialkosten nicht mehr abfedern können.

Die Unified Architecture als goldener Käfig

Wir sehen hier gerade den Preis für Apples architektonischen Stolz. Die Unified Memory Architecture ist technisch genial, aber in einer globalen Krise fatal.

Da Apple den RAM direkt auf das Package lötet, können sie nicht einfach auf billigere Standard-Riegel ausweichen. Wenn Samsung nicht liefert, steht das Band in Cupertino still.

Dass jetzt sogar SSD-Zubehör im Preis explodiert, zeigt, wie tief wir in der Krise stecken.

Meiner Meinung nach haben uns zu sehr auf die Just-in-Time-Lieferungen verlassen.

Dass Apple-Kunden 2026 vier Monate auf einen Rechner warten sollen, ist absurd. Ich befürchte, dass die M5-Generation nicht nur später kommt, sondern auch einen massiven Preissprung nach oben machen wird.

Wer jetzt noch einen Mac mit viel RAM bei einem Reseller auf Lager findet: Kauft ihn sofort. Billiger wird es dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr.

Zusammenfassung & Fazit

Apple kämpft im April 2026 mit einem massiven Lieferstopp für High-End-Macs. Die globale RAM-Krise, getrieben durch den extremen Speicherhunger von KI-Rechenzentren, lässt Bestände schmelzen und Preise explodieren.

Der M5 Mac Studio verspätet sich bis zum vierten Quartal, während die Lieferzeiten für Bestandsmodelle auf bis zu 18 Wochen steigen. Der Speichermarkt diktiert 2026 die Hardware-Agenda.

Sophie Lindner 22.04.2026
Quellenverzeichnis (6)

Das Internet vergisst nicht? Leider doch. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unseres Beitrags wurden die verlinkten externen Quellen von unserer Redaktion intensiv geprüft und waren vollständig funktionsfähig. Da Webseiten im Laufe der Zeit umstrukturiert, verschoben oder offline genommen werden, können einzelne Verweise im Original mittlerweile leider nicht mehr erreichbar sein.

Solltest du auf einen „toten Link" stoßen, kannst du uns gerne über unsere Kontaktseite darüber informieren. Wir werden uns umgehend darum kümmern und die entsprechenden Verweise aktualisieren.

Fehlerhaften Link melden
Link in die Zwischenablage kopiert!
Einstellungen löschen?
Deine Cookie-Auswahl wird zurückgesetzt und die Seite neu geladen.