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Fire TV Revolution mit Haken: Weniger Speicher, keine Apps und Cloud-Zwang

07.05.2026 4 Min. Lesezeit
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Amazon kappt nach über zehn Jahren endgültig die Nabelschnur zu Google. Auf den neuesten Streaming-Sticks läuft kein Android mehr, sondern das hauseigene Vega OS.

Das mag für den Konzern ein logischer Schritt in die Unabhängigkeit sein, doch für Käufer entpuppt sich der Systemwechsel aktuell als massives Downgrade. Wer sich jetzt blind einen neuen Stick kauft, erlebt womöglich eine böse Überraschung.

Der harte Schnitt: Vega OS löst Android ab

Amazon hat ein für alle Mal klargestellt, dass zukünftige Fire TV Modelle nicht mehr auf Android basieren werden. Den Anfang machen der Fire TV Stick 4K Select (aus dem Jahr 2025) und der brandneue Fire TV Stick HD (Modell 2026).

Sie werden direkt mit dem neuen Betriebssystem „Vega OS“ ausgeliefert. Die gute Nachricht zuerst:

Die großen Giganten wie Netflix, Disney+, YouTube oder Paramount laufen absolut reibungslos. Doch sobald man das gewohnte Mainstream-Terrain verlässt, wird es auf dem neuen System schnell ungemütlich.

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Cloud-Tricks und das Ende der Bastler-Freiheit

Technisch gesehen zieht Amazon den Stecker für alle klassischen Android-Apps (.apk). Weil viele kleinere Entwickler ihre Apps noch nicht für das neue Vega OS umgeschrieben haben, nutzt Amazon einen sehr umstrittenen Workaround.

Fehlende Apps wie der Roku Channel oder Crunchyroll werden einfach als „Cloud-App“ von den Amazon-Servern auf euren Fernseher gestreamt.

Was bedeutet das in der Praxis? Anstatt dass eine App flüssig auf dem Gerät läuft, kostet allein das Scrollen durch die Benutzeroberfläche 8 Mbit/s an Datenvolumen. Jeder Klick fühlt sich träger an, und Bildstörungen stehen an der Tagesordnung.

Noch schmerzhafter ist das komplette Aus für das Sideloading. Wer bisher alternative Apps wie den Mediaplayer Kodi installieren wollte, konnte das über Umwege problemlos tun.

Unter Vega OS ist diese Tür fest verriegelt – es sei denn, man registriert sich ganz offiziell als Entwickler. Auch nützliche Tools wie Dateimanager, viele VPN-Dienste oder echtes Cloud-Gaming über GeForce Now sucht man derzeit vergeblich.

Hardware-Diät: Wo Amazon heimlich den Rotstift ansetzt

Amazon vermarktet Vega OS als besonders effizient. Doch diese Effizienz dient offensichtlich auch knallharten Kostensenkungen. Weil das System angeblich weniger Ressourcen frisst, speckt Amazon die Hardware massiv ab. Der Fire TV Stick 4K Select hat beispielsweise nur noch halb so viel Arbeitsspeicher wie das vergleichbare Android-Modell.

Das führt zwangsläufig zu längeren Wartezeiten, wenn man zwischen zwei Apps hin- und herspringt.

© Unsplash | @markuswinkler

Auch beim Zubehör wird gespart: Dem neuen Fire TV Stick HD liegt plötzlich kein Netzteil mehr bei. Wenn euer Fernseher am USB-Port nicht genug Strom liefert, müsst ihr extra zahlen.

Das oft so wichtige HDMI-Verlängerungskabel? - Gibt es nicht mehr gratis dazu.

Obendrauf fehlen dem System essenzielle Software-Funktionen. Den Nutzern stehen nur mickrige 4 GB freier Speicher zur Verfügung, doch die praktische Funktion, die ungenutzte Apps automatisch löscht („Auto Offload“), hat Amazon bei Vega komplett vergessen.

Auch den TV-Ton entspannt über die eigenen Echo-Lautsprecher auszugeben (Alexa Home Theater), wird vom neuen System nicht mehr unterstützt.

Ein System für Amazon, nicht für uns

Wir verstehen den strategischen Gedanken hinter diesem Move. Wenn Amazon sich von Google löst, sparen sie Entwicklungskosten und haben die volle Kontrolle über ihr Ökosystem.

Aber machen wir uns nichts vor: Das geht aktuell voll auf Kosten der Nutzer. Wir verlieren Freiheiten, bekommen eine schwächere Hardwareausstattung und ärgern uns über ruckelige Cloud-Apps.

Das klingt auf dem Papier vielleicht modern, ist im Alltag aber extrem unpraktisch.

Die einzige Beruhigung: Solltet ihr einen älteren Fire TV Stick (wie den 4K Plus oder den Fire TV Cube) besitzen, müsst ihr nicht in Panik verfallen.

Amazon plant keinen Zwangsumstieg für Altgeräte und verspricht Sicherheitsupdates bis mindestens 2030.

Fazit

Für unsere Technik-Community bedeutet Amazons Wechsel auf Vega OS das vorläufige Ende des geliebten Bastel-TVs.

Wer gerne eigene Mediaserver via Jellyfin anbindet, Apps per Sideloading installiert oder Hardware-Limitierungen verabscheut, sollte die neuen Modelle (Stick HD & 4K Select) unbedingt meiden.

Wenn ihr die volle Kontrolle über eure Streaming-Apps wollt, sichert euch lieber noch die älteren Android-Modelle oder werft einen Blick auf freiere Alternativen mit Google TV.

Wie reagiert ihr auf diese Entwicklung? Bleibt ihr dem Fire TV treu, solange eure Lieblings-Apps laufen, oder schaut ihr euch nach Alternativen um?
Sophie Lindner 07.05.2026
Quellenverzeichnis (3)

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