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Kabelsalat-Ende: USB-C wird für Notebooks in der EU zur Pflicht

29.04.2026 4 Min. Lesezeit
Foto: © Unsplash | @blakestaniland
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Es ist ein Datum, das in die Tech-Geschichte eingehen wird: Seit dem 28. April 2026 greift die zweite Stufe der EU-Verordnung für einheitliche Ladekabel.

Was für Smartphones und Tablets längst Alltag ist, gilt ab sofort auch für Notebooks. Wer heute ein neues Laptop in der EU in den Verkehr bringt, kommt um den USB-C-Port als Standard-Ladebuchse nicht mehr herum.

Schluss mit den klobigen, herstellerspezifischen Rundsteckern, die uns jahrelang dazu zwangen, für jedes Gerät ein eigenes Netzteil mitzuschleppen.

Der Stichtag für Laptops

Die EU-Richtlinie 2022/2380 wurde bereits Ende 2022 verabschiedet, ließ den Notebook-Herstellern aber deutlich mehr Zeit für die Umstellung als den Smartphone-Produzenten. Während Handys seit Ende 2024 umgestellt sein mussten, galt für tragbare Computer eine Frist bis zum Frühjahr 2026. Diese Schonfrist ist nun offiziell vorbei. Alle neuen Modelle, die ab jetzt in den Handel kommen und eine Leistungsaufnahme von bis zu 240 Watt haben, müssen über USB-C ladbar sein.

Warum ist das für dich wichtig?

Das ist deshalb so relevant, weil es die Art und Weise, wie wir Hardware kaufen und nutzen, massiv vereinfacht. Wenn du unterwegs bist, reicht künftig ein einziges leistungsstarkes Netzteil für dein Handy, dein Tablet und deinen Laptop. Das spart nicht nur Platz in der Tasche, sondern reduziert laut Schätzungen der EU-Kommission den Elektroschrott um rund 11.000 Tonnen pro Jahr.

Die technischen Details im Überblick:

  • Kennzeichnungspflicht: Hersteller müssen nun deutlich angeben, ob ein Ladegerät im Lieferumfang enthalten ist oder nicht (Pictogramm-Pflicht).
  • USB-C Power Delivery (PD): Die Geräte müssen das Protokoll für USB-PD unterstützen, damit Netzteile unterschiedlicher Hersteller sicher kommunizieren können.
  • Entkoppelung: Du hast beim Kauf das Recht, das Gerät ohne Netzteil zu erwerben, was den Preis (theoretisch) senken sollte.
© Unsplash | @mishaalzahed

Die 240W-Grenze

Die neue Pflicht ist an die Spezifikation USB-C PD 3.1 geknüpft. Diese erlaubt eine Ladeleistung von bis zu 240 Watt. Das ist für fast alle Office-Laptops und die meisten Multimedia-Geräte völlig ausreichend.

Aber Achtung: Extrem leistungsstarke Gaming-Boliden, die oft 330 Watt oder mehr benötigen, fallen teilweise noch durch das Raster oder benötigen zwei Anschlüsse. Hier wird es spannend zu sehen, wie die Hersteller (ASUS, MSI, Razer) reagieren: Entweder sie drosseln die Hardware im Akkubetrieb stärker, oder sie setzen auf proprietäre Lösungen parallel zu USB-C.

Welche Nachteile oder Risiken gibt es?

Der größte Nachteil für unbedarfte Nutzer ist das „Kabel-Lotto“. Nicht jedes USB-C-Kabel ist für 240 Watt ausgelegt. Wer ein billiges Kabel vom Wühltisch nutzt, riskiert, dass der Laptop gar nicht lädt oder das Kabel gefährlich heiß wird. Wir brauchen 2026 eine viel klarere Kennzeichnung auf den Kabeln selbst, damit der Laie erkennt: „Dieses Kabel schafft 100W, jenes 240W“.

Meine (kritische) Meinung

Ja Endlich! -  Ich sitze hier an meinem Desk und erinnere mich an die Kisten voller alter Netzteile, die nur für ein ganz bestimmtes Notebook-Modell aus dem Jahr 2018 passten. Das war Ressourcenverschwendung pur.

Meiner Meinung nach ist die EU-Pflicht ein Segen für den Endverbraucher. Aber – und das ist ein großes Aber – die Industrie muss jetzt bei der Kabelqualität nachliefern. Ein einheitlicher Port bringt nichts, wenn wir fünf verschiedene Kabeltypen im Haus haben, die alle gleich aussehen, aber technisch Welten voneinander entfernt sind.

Kauft Qualität, achtet auf die E-Marker-Chips in den Kabeln und nutzt die Freiheit, eure Geräte endlich mit einem vernünftigen GaN-Netzteil zu befeuern.

Fazit

Die Ära der Sonderlocken bei Laptop-Netzteilen ist offiziell beendet. USB-C ist nun der unangefochtene König an der Ladebuchse. Das ist gut für die Umwelt, gut für den Geldbeutel und ein Sieg für die Vernunft. Auch wenn die Übergangsphase für die Hersteller schmerzhaft war, profitieren wir Nutzer ab sofort von einer universellen Hardware-Welt. 

Hast du bereits ein universelles USB-C-Netzteil, das stark genug für dein Notebook ist, oder schleppst du immer noch den originalen „Ziegelstein“ des Herstellers mit dir herum?
Kristijan Varzanovic 29.04.2026
Quellenverzeichnis (7)

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