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Speicher-Stopp bei Sony: Warum der KI-Boom jetzt deine Kamera lahmlegt

05.04.2026 3 Min. Lesezeit
Foto: © Unsplash | @its_arunprakash
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Es war nur eine Frage der Zeit, bis der unersättliche Hunger der Tech-Giganten auf die Consumer-Hardware durchschlägt. Am 27. März 2026 hat Sony in Japan eine beispiellose Entscheidung getroffen: Das Unternehmen nimmt ab sofort keine Bestellungen mehr für nahezu sein gesamtes Speicherkarten-Portfolio an.

Weder von Händlern noch im eigenen Online-Store. Wir sprechen hier nicht von einer kurzen Lieferverzögerung, sondern von einem harten, zeitlich unbestimmten Bestellstopp. Die Begründung? Ein globaler Halbleitermangel im Speicherbereich, der die Nachfrage schlichtweg unbeherrschbar macht.

© Unsplash | @ partrickl

Vom High-End-Profi bis zum V30-Budget: Alles ist betroffen

Was mich bei diesem Schritt besonders aufhorchen lässt, ist die schiere Bandbreite der gestrichenen Produkte. Wer dachte, es trifft nur die absoluten Profi-Karten, irrt sich gewaltig. Die Liste der betroffenen Hardware reicht von der massiven 1.920 GB CFexpress Typ A-Karte bis hinunter zu den simplen, budgetfreundlichen V30 SD-Karten mit 64 GB oder 128 GB. Das zeigt uns eindeutig: Das Problem liegt tief in der grundlegenden NAND-Flash-Fertigung und macht vor keiner Preisklasse halt. Lediglich die ohnehin schon eingestellten SF-UZ-Serien und eine spezifische 960 GB Typ-B-Karte bleiben vorerst von der Meldung ausgenommen.

Der Grund für dieses Desaster ist struktureller Natur. Die massiven KI-Rechenzentren kaufen den Markt für DRAM und NAND-Flash in diesen Monaten komplett leer. Die aktuellen TrendForce-Zahlen für das erste Quartal 2026 zeichnen ein drastisches Bild: Während DRAM-Vertragspreise um 90 bis 95 Prozent explodieren, klettert NAND-Flash um weitere 55 bis 60 Prozent. Die Chip-Hersteller verdienen in der KI-Infrastruktur aktuell so unverschämt gut, dass Consumer-Hardware wie SD-Karten einfach keine Priorität mehr auf den Fertigungsstraßen hat.

© Dieses Bild wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert

Das Ende des "Just-in-Time" für Fotografen und Filmer

Wir predigen bei VZC System schon lange eine solide lokale Backup-Strategie. Wer seinen Workflow im Studio auf ein massives Datengrab wie unseren UGREEN Servern oder dem bewährten Synology Server stützt, hat zwar den Luxus redundanter Backups nach dem Shooting – aber was nützt das beste NAS-Setup, wenn man unterwegs in der Kamera keine leeren Karten mehr einlegen kann?

Speicherkarten wurden bisher als reines Verbrauchsmaterial behandelt. Man kaufte sie nach, wenn eine kaputt ging oder man spontan für ein Projekt mehr Platz brauchte. Dieses Mindset muss sich jetzt radikal ändern.

Die westlichen Händler haben derzeit noch Restbestände in den Regalen liegen. Doch wenn ein Branchenriese wie Sony die Notbremse zieht, ist es nur eine Frage von Wochen, bis Marken wie SanDisk oder Lexar mit massiven Preiserhöhungen oder eigenen Lieferstopps nachziehen.

Die Hardware-Speicherkrise aus 2021 wirkt im Vergleich zu dem, was sich hier in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts zusammenbraut, fast schon harmlos.

© Dieses Bild wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert

Sony macht hier keine leeren Drohungen. Wenn der größte Player im Kamera-Markt den Verkauf seiner eigenen Speichermedien stoppt, brennt die Luft in den asiatischen Fabs. Die Preise für SD- und CFexpress-Karten werden in den nächsten Monaten massiv anziehen. Wer für anstehende Projekte noch Speicherkarten braucht, sollte sofort zuschlagen, bevor die letzten europäischen Lager leergekauft sind. Es geht bald nicht mehr um den besten Preis, es geht schlicht um die Verfügbarkeit.

Sophie Lindner 05.04.2026
Quellenverzeichnis (6)

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