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Warum DLSS 5 Kritik erntet, während NTC leise triumphiert

23.04.2026 2 Min. Lesezeit
Foto: © Unsplash | @christianw
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Auf der GTC 2026 hat Nvidia eine Bombe platzen lassen, die die Art und Weise, wie wir Spiele installieren und rendern, grundlegend verändern wird. Die Neural Texture Compression (NTC) ist der direkte Angriff auf das seit Jahrzehnten etablierte BCn-Format (Block Compression).

In einer beeindruckenden Demo einer toskanischen Villa senkte NTC den Speicherbedarf von 6,5 GB auf gerade einmal 970 MB – bei identischer oder sogar überlegener Optik.

NTC ersetzt die starren Bildblöcke durch eine kompakte neurale Repräsentation. Anstatt riesige Textur-Dateien in den VRAM zu schaufeln, wird nur noch ein Bruchteil der Daten geladen, den die Tensor-Kerne der RTX-Karten in Echtzeit rekonstruieren. Nvidia-CEO Jensen Huang beschrieb dies als den „GPT-Moment für Grafik-Materialien“.

Zwei Wege zum Ziel

Nvidia bietet Entwicklern zwei Modi für die Integration an:

  • Inference on Sample: Die Texturen werden direkt im Speicher als neurale Daten gehalten. Das spart bis zu 85 % VRAM, kostet aber auf schwächeren GPUs ein paar Prozent Rechenleistung für die on-the-fly Rekonstruktion.
  • Inference on Load: Hier dient NTC primär dazu, den Speicherplatz auf der Festplatte zu minimieren. Beim Laden des Levels werden die neuronalen Daten in klassisches BCn umgewandelt.
© Dieses Bild wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert

Das Spannende: NTC kann bis zu 16 Kanäle gleichzeitig verarbeiten, während herkömmliche Kompression bei 4 Kanälen schlapp macht. Das bedeutet extrem detaillierte Oberflächen (Rauheit, Glanz, Normal-Maps), die sich früher gegenseitig den Speicher weggenommen hätten.

Schluss mit dem Speicher-Voodoo

Wir haben in den letzten zwei Jahren miterlebt, wie Spiele wie Alan Wake 2 oder Hogwarts Legacy Grafikkarten mit 8 oder 12 GB VRAM einfach zum Frühstück verspeist haben. Dass Nvidia jetzt eine Lösung präsentiert, die das Problem an der Wurzel – der Texturgröße – packt, ist ein technischer Geniestreich.

Meiner Meinung nach ist NTC viel wichtiger als DLSS 5. Während DLSS 5 wegen seiner „generativen“ Natur (Stichwort: KI-Filter-Look) zu Recht kritisiert wird, ist NTC pure Effizienz. Es ermöglicht uns, High-End-Grafik auf Hardware zu genießen, die eigentlich schon zum alten Eisen gehören sollte.

Aber Achtung, denn wer denkt, dass AMD hier schnell nachziehen kann, irrt sich. Die tiefe Integration in die Tensor-Kerne gibt Nvidia hier einen Vorsprung, den wir als „Hardware-Lock-in durch Brillanz“ bezeichnen. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Die volle Power gibt es erst ab der RTX 50er-Serie so richtig flüssig.

Tobias Wieser 23.04.2026
Quellenverzeichnis (5)

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