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24/7-Support per Telefon: Trade Republics teurer Weg zurück zum Vertrauen

26.04.2026 3 Min. Lesezeit
Foto: © Unsplash | @kommumikation
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Der Berliner Neobroker Trade Republic vollzieht eine Kehrtwende, die in der Branche für Aufsehen sorgt. Nach Jahren, in denen das Unternehmen fast ausschließlich auf künstliche Intelligenz und automatisierung im Kundenservice gesetzt hat, investiert Gründer Christian Hecker nun einen zweistelligen Millionenbetrag in den massiven Ausbau von echtem Fachpersonal.

Über 1.000 neue Mitarbeiter sollen das Vertrauen der über 10 Millionen Kunden sichern, das durch technische Pannen und unerreichbaren Support zuletzt massiv gelitten hatte.

Der Kern der Sache: Warum der Bot gehen muss

Es war das Lieblingsprojekt der Fintech-Welt: ein skalierbarer Kundenservice, der fast ohne Menschen auskommt. Doch die Realität im Jahr 2026 hat Trade Republic eingeholt.

Bei komplexen Problemen wie fehlerhaften Steuerabrechnungen oder hängenden Depotüberträgen versagten die Bots kläglich. Die Folge war ein rasanter Anstieg der Beschwerden bei der Finanzaufsicht BaFin.

Hecker gibt sich nun demütig und erklärt, dass das Unternehmen „quasi angehalten“ wurde, um den Service von Grund auf neu zu bauen. Statt kryptischer Textbausteine gibt es nun echte Hilfe – und das sogar rund um die Uhr.

Die harten Fakten im Überblick

  • Personal: Aufbau von über 1.000 festangestellten Service-Mitarbeitern in acht europäischen Ländern.
  • Erreichbarkeit: Einführung eines echten 24/7-Telefon-Supports, der direkt über die App gestartet werden kann.
  • Transparenz: Ein neues Echtzeit-Tracking für Support-Anfragen ermöglicht es Nutzern, den Fortschritt ihres Tickets live zu verfolgen.
  • Sprachen: Voller Support in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und weiteren Märkten.
© Unsplash | @machec

Technik allein macht keine Bank

Ich nutze Trade Republic selbst auf meinem iPhone und habe schon mehr als einmal fluchend vor der App gesessen, weil ein Bot mir nicht erklären konnte, warum eine Dividende nicht ankam. Wenn bei mir alles Stabil läuft, das Internet da ist, aber die App mir nur generischen Müll anzeigt, platzt mir der Kragen. Geld ist eine hochemotionale Angelegenheit. Wenn es brennt, will ich einen Menschen hören und keine Wahrscheinlichkeitsrechnung einer KI.

Meiner Meinung nach ist dieser Schritt ein herber Rückschlag für die blinde KI-Gläubigkeit der letzten Jahre. Trade Republic gesteht ein, dass man Vertrauen nicht programmieren kann.

Wer 2026 als ernsthafte Bank-Alternative wahrgenommen werden will, muss dort sein, wo es wehtut – am Telefon, wenn der Kunde nicht weiterweiß. Die Millionen sind gut investiert, aber sie sind auch die Strafe für die Arroganz der Vergangenheit.

Fazit

Trade Republic beendet das KI-Experiment im Support und stellt 1.000 echte Menschen ein. Ein teurer, aber notwendiger Schritt, um die Regulierer zu beruhigen und die Kunden zu halten. Menschlichkeit ist 2026 das neue Premium-Feature im Aktienhandel.

Patrick Brunner 26.04.2026
Quellenverzeichnis (5)

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