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Der IP68-Joker: Wie Apple die EU-Batterieverordnung eiskalt austrickst

25.04.2026 2 Min. Lesezeit
Foto: © Unsplash | @amanz
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Die EU-Verordnung 2023/1542 klang wie eine Revolution: Ab Februar 2027 müssen alle Batterien in Mobilgeräten „vom Endnutzer leicht entnehmbar und austauschbar“ sein.

Doch wie so oft bei EU-Gesetzen gibt es Ausnahmen. Apple nutzt eine spezifische Klausel in der Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/1670, die Herstellern erlaubt, auf den einfachen Zugang zu verzichten, wenn das Gerät zwei Bedingungen erfüllt:

  • Wasserdichtigkeit: Das Gerät muss nach IP67 oder höher zertifiziert sein (was bei iPhones seit Jahren Standard ist).
  • Langlebigkeit: Der Akku muss nach 1.000 vollständigen Ladezyklen noch mindestens 80 % seiner ursprünglichen Kapazität aufweisen.

Seit dem iPhone 15 hat Apple seine Akku-Spezifikationen offiziell verdoppelt: Statt 500 Zyklen garantiert man nun genau diese 1.000 Zyklen. Damit hat Apple den Freifahrtschein, das Gehäuse weiterhin mit massiven Klebestreifen zu versiegeln.

Klebestreifen vs. Nachhaltigkeit

Apple argumentiert, dass ein verschraubter oder geklipster Akku zu viel internen Platz verbrauchen würde, was die Akkukapazität und die Gehäusedicke negativ beeinflussen könnte. Stattdessen setzt man auf Stretch-Release-Klebestreifen, die zwar mit Werkzeug entfernbar sind, aber eben nicht „einfach“ durch den Laien ohne Hitze oder spezielle Hebelwerkzeuge.

© Dieses Bild wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert

Ein weiterer technischer Aspekt ist das neue EU-Energielabel, das ab 2025/2026 für Smartphones Pflicht wird.

Es zeigt zwar eine Reparierbarkeits-Klasse (A bis G), aber Apple nimmt hier lieber eine schlechtere Note in Kauf, solange sie das Design-Diktat der Verklebung beibehalten können.

Die Langlebigkeit der Akkus wird so zum „Schild“ gegen die Pflicht zum Modul-Design.

Greenwashing im Gewand der Qualität

Ich bzw. wir hier feiern jede Verbesserung der Hardware-Haltbarkeit, aber das hier riecht verdächtig nach Design-Sturheit. Apple verkauft uns die 1.000 Zyklen als technisches Weltwunder, nur um die volle Kontrolle über den Service-Prozess zu behalten.

Dass die EU diese Hintertür überhaupt offen gelassen hat, ist ein Schlag ins Gesicht für die „Right to Repair“-Bewegung.

Meiner Meinung nach ist ein Akku, der lange hält, zwar super für die Umwelt, aber ein Akku, den ich in 30 Sekunden selbst tauschen kann, wäre besser für den Geldbeutel und die Unabhängigkeit.

Apple rettet sich mit der IP68-Zertifizierung in eine Welt, in der wir für jeden Akkutausch weiterhin 100 Euro oder mehr beim autorisierten Service lassen müssen.

Wer 2027 auf den „Game Boy Moment“ beim iPhone gehofft hat, wird enttäuscht: Der Kleber bleibt, das Werkzeug wird teurer und die EU-Regel ist in Cupertino bereits als erledigt abgehakt.

Kristijan Varzanovic 25.04.2026
Quellenverzeichnis (6)

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