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KI-gestützte Bedarfsplanung: Ein technologischer Hebel für mehr Nachhaltigkeit

09.04.2026 4 Min. Lesezeit
Foto: © Dieses Bild wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert
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In der Schweiz landet laut Schätzungen fast jedes dritte Lebensmittel im Abfall – ein erheblicher Teil davon entfällt auf Backwaren, die am Ende des Tages nicht verkauft wurden. Ein aktuelles Pilotprojekt zeigt nun, dass der gezielte Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) diesen „Foodwaste“ signifikant reduzieren kann. In Zusammenarbeit mit Organisationen wie United Against Waste testen Schweizer Bäckereien Softwarelösungen, die den täglichen Bedarf präziser vorhersagen als menschliche Erfahrungswerte allein.

Fakten: Ergebnisse des KI-Pilotprojekts

Wie das Portal Watson und Branchenverbände berichten, konnten teilnehmende Betriebe in der Schweiz ihren Warenüberschuss durch den Einsatz von KI-Software um bis zu 20 bis 30 Prozent senken. Die Software analysiert historische Verkaufsdaten und kombiniert diese mit externen Faktoren, um für jeden Tag eine spezifische Backliste zu erstellen.

In der Praxis bedeutet das: Statt auf Basis von Schätzungen oder starren Wochenplänen zu produzieren, erhalten die Bäcker täglich aktualisierte Vorschläge für die Stückzahlen von Brötchen, Gipfeli und Broten. Erste Auswertungen zeigen, dass die Genauigkeit der Vorhersagen besonders bei stark schwankender Nachfrage – etwa an Wochenenden oder Feiertagen – deutlich über der manuellen Planung liegt.

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Technische Einordnung: Predictive Analytics und externe Datenquellen

Technisch gesehen basieren diese Systeme auf Predictive Analytics. Die Algorithmen (oft Random Forest oder einfache neuronale Netze) werden mit den Kassendaten der letzten Jahre trainiert. Der entscheidende Vorteil gegenüber der menschlichen Intuition ist die Fähigkeit, eine Vielzahl von Korrelationen gleichzeitig zu verarbeiten.

Dazu gehören:

  • Wetterdaten: Regen reduziert oft die Passantenfrequenz in Einkaufsstraßen, während sonniges Wetter den Absatz bei Ausflugs-Bäckereien steigert.
  • Lokale Events: Sportveranstaltungen oder Baustellen in der Nähe der Filiale werden in die Berechnung einbezogen.
  • Kalendarische Effekte: Brückentage und Ferienzeiten werden systemseitig erkannt und in die Prognose eingepreist.

Die Software liefert dem Bäckermeister keine festen Befehle, sondern Entscheidungshilfen. Die Letztentscheidung bleibt beim Handwerker, doch die Datenbasis für diese Entscheidung wird massiv verbreitert.

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Marktlogik: Warum die Zeit reif für KI-Bäcker ist

Hinter diesem technologischen Vorstoß steckt eine klare ökonomische Notwendigkeit. Bäckereien arbeiten oft mit sehr geringen Margen. Jedes Brot, das am Abend entsorgt werden muss, schmälert den Gewinn direkt. Gleichzeitig wächst der gesellschaftliche und regulatorische Druck, nachhaltiger zu wirtschaften.

Organisationen wie United Against Waste Schweiz unterstützen diese Projekte nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch, um die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Handwerksbetriebe gegenüber industriellen Großbäckereien zu stärken. Durch die Reduzierung der Abfallmengen sinken die Rohstoffkosten, was Spielraum für Investitionen in Qualität oder Personal schafft.

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Meinung: Effizienz als wahrer Motor der Nachhaltigkeit

Meiner Einschätzung nach ist dieses Projekt ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Digitalisierung im Handwerk keine Bedrohung, sondern ein Werkzeug ist. Oft wird befürchtet, dass KI die „Seele“ des Backens verdrängt. Doch das Gegenteil ist der Fall: Wenn ein Bäcker weniger Zeit mit dem Schätzen von Mengen verbringen muss, die später im Müll landen, hat er mehr Ressourcen für die Qualität seiner Produkte.

Wir müssen jedoch kritisch bleiben: KI ist kein Allheilmittel. Sie funktioniert nur so gut wie die Daten, mit denen sie gefüttert wird. Ein plötzlicher Straßenschaden vor der Tür wird vom System erst erkannt, wenn der Umsatz bereits eingebrochen ist. Dennoch: Wer 2026 noch „nach Gefühl“ backt, verschenkt nicht nur Geld, sondern handelt angesichts der globalen Ressourcenknappheit auch moralisch fragwürdig. Die Technik ist da, sie ist bezahlbar und sie funktioniert – es gibt kaum noch Ausreden für massive Überproduktion.

KI-Systeme in Schweizer Bäckereien reduzieren Foodwaste erfolgreich um bis zu 30 %. Durch die Analyse von Verkaufszahlen, Wetter und Events ermöglichen sie eine präzisere Produktion. Das spart Kosten, schont Ressourcen und stärkt das traditionelle Handwerk durch moderne Effizienz.

Glaubst du, dass wir als Kunden akzeptieren müssen, dass bestimmte Brotsorten am späten Nachmittag ausverkauft sind, wenn wir im Gegenzug weniger Verschwendung wollen?

Sophie Lindner 09.04.2026
Quellenverzeichnis (7)

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