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Snapchat-Klon 2.0: Warum Instagram jetzt (angeblich) „Instants“ einführt

27.04.2026 4 Min. Lesezeit
Foto: © Unsplash | @purzlbaum
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Instagram hat ein Problem: Die Plattform, die einst für spontane Schnappschüsse stand, ist heute ein Schaufenster für perfekt inszenierte Leben. Das macht vielen Nutzern Druck und vertreibt sie zu Apps wie BeReal oder Snapchat, wo es rauer und echter zugeht.

Mit dem neuen Feature „Instants“ (das in der Testphase noch „Peek“ hieß) will Meta diesen Trend im April 2026 stoppen. Es ist der Versuch, die Spontaneität per Knopfdruck zurückzuholen.

Instagram rollt derzeit ein neues Format namens „Instants“ aus. Die Idee dahinter ist simpel: Man macht ein Foto oder ein kurzes Video, das direkt an Freunde verschickt wird und nach einmaligem Ansehen verschwindet. Der Clou dabei: Man kann keine Fotos aus der Galerie hochladen. Alles muss im Moment aufgenommen werden. Damit reagiert Meta direkt auf den Erfolg von Plattformen, die auf „Authentizität“ setzen, während der klassische Instagram-Feed immer mehr zur Werbeschleuder verkommt.

© Dieses Bild wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert

Was bedeutet das jetzt genau?

Hinter „Instants“ steckt eine eigene Ebene in der Kamera-Schnittstelle von Instagram. Technisch gesehen handelt es sich um ephemeren Content – also Inhalte, die nicht dauerhaft gespeichert werden.

Instagram nutzt hierbei eine ähnliche Infrastruktur wie bei den „View Once“-Nachrichten in Direct Messages, integriert sie aber prominenter in die Navigation. Es gibt keine Bearbeitungswerkzeuge, keine Beauty-Filter und keine Möglichkeit, das Bild stundenlang zu optimieren. Was du siehst, ist das, was deine Freunde bekommen.

Das Ganze ist deshalb relevant, weil es die Art und Weise verändert, wie wir soziale Medien nutzen. Der „Performance-Druck“, immer perfekt aussehen zu müssen, hat bei vielen zu einer gewissen App-Müdigkeit geführt. „Instants“ soll die Einstiegshürde senken, mal eben schnell ein Lebenszeichen zu geben, ohne dass man sich Gedanken über die Ästhetik machen muss.

Was bringt es Nutzern?

  • Weniger Druck: Du musst dich nicht stylen, um ein „Instant“ zu schicken – es verschwindet sowieso gleich wieder.
  • Mehr Nähe: Du siehst, was deine Freunde jetzt gerade wirklich machen, nicht das, was sie vor drei Tagen im Urlaub gemacht haben.
  • Schnelligkeit: Ein Klick, ein Versenden, fertig. Kein langes Tippen von Bildunterschriften oder Suchen nach Hashtags.
© Dieses Bild wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert

Welche Nachteile oder Risiken gibt es?

Der größte Nachteil: Es ist ein weiteres Feature in einer ohnehin schon völlig überladenen App. Instagram ist mittlerweile ein „Schweizer Taschenmesser“, das vor lauter Funktionen kaum noch vernünftig bedienbar ist. 

Zudem besteht das Risiko, dass die „Echtheit“ auch hier schnell künstlich wird. Nutzer finden immer Wege, auch „spontane“ Momente zu inszenieren. Kritisch zu sehen ist auch der Datenschutz: Meta sammelt durch solche Features noch mehr Daten über deinen Echtzeit-Standort und deine täglichen Routinen.

Die kritische Meinung

Es ist die klassische Meta-Strategie: Wenn man eine Innovation nicht selbst erfindet, kopiert man sie so lange, bis das Original irrelevant wird. Ich sitze hier gerade in Graz und beobachte, wie meine Timeline immer mehr mit Features zugemüllt wird, die eigentlich niemand bestellt hat.

Meiner Meinung nach ist „Instants“ zwar eine nette Idee, um dem Perfektionswahn zu entkommen, aber am Ende ist es nur ein weiteres Werkzeug, um die tägliche Nutzungszeit (Screentime) zu maximieren. Anstatt die bestehende App zu entschlacken, wird das nächste glänzende Objekt draufgepackt. Es ist mehr Marketing als echte Revolution. Wer wirklich „BeReal“ sein will, wird vermutlich trotzdem nicht bei Instagram bleiben.

Fazit

Instagram Instants ist Metas Antwort auf die Sehnsucht nach Echtheit im Netz. Durch den Wegfall von Filtern und Galerie-Uploads kehrt ein Stück Spontaneität zurück.

Ob das ausreicht, um Instagram wieder „cool“ zu machen, oder ob die App vor lauter Features einfach implodiert, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Der Kampf um deinen flüchtigen Schnappschuss ist oder wird bald neu entbrannt.

Lena Gruber 27.04.2026
Quellenverzeichnis (5)

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