Apple & iOS

Stillstand im Wohnzimmer: Warum Apple TV und HomePod mini auf der Strecke bleiben

21.03.2026 4 Min. Lesezeit
Foto: Unsplash | Brandon Romanchuk & Veränderung mithilfe von künstlicher Intelligenz
Zurück

Wer aktuell sein Smart Home oder das Entertainment-System aufrüsten will, starrt bei Apple in eine gähnende Leere. Während das iPhone jährlich wie ein Uhrwerk erscheint, fühlen sich der Apple TV 4K und der HomePod mini an wie Relikte aus einer anderen Zeit. Aber liegt das an mangelnder Innovation oder an einer knallharten strategischen Entscheidung? Ich habe mir die Zahlen und die Gerüchteküche mal genauer angesehen.

Die Hardware-Falle: Wenn „gut genug“ zum Problem wird

Der aktuelle Apple TV 4K (3. Generation) wurde Ende 2022 veröffentlicht. Er nutzt den A15 Bionic – denselben Chip wie das iPhone 13. Ehrlich gesagt: Für 4K-Streaming und ein paar Apple Arcade Spiele reicht das völlig aus. Aber genau hier liegt der Hund begraben.

Apple steht aktuell nicht unter Druck, den A18-Chip in seine TV-Hardware zu bringen. Technisch wäre das ohne Weiteres möglich, etwa um Funktionen rund um Apple Intelligence auf den Fernseher auszuweiten. Doch ohne konkrete, dedizierte KI-Anwendungen im tvOS ergibt dieser Schritt wirtschaftlich wenig Sinn. Ein leistungsstärkerer Chip würde die Produktionskosten erhöhen und damit die Margen belasten – ohne einen klaren Mehrwert für den Nutzer zu liefern.

Unsplash | Brandon Romanchuk

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim HomePod mini. Das Gerät läuft nach wie vor mit dem S5-Chip, der ursprünglich in der Apple Watch Series 5 aus dem Jahr 2019 zum Einsatz kam. Statt einer technischen Weiterentwicklung hat Apple in den letzten Jahren lediglich neue Farbvarianten wie Midnight oder Gelb eingeführt. Das deutet darauf hin, dass das aktuelle Design und die Hardware weitgehend ausgereizt sind und größere Updates bislang nicht im Fokus stehen.

Die „HomeOS“ Strategie: Warten auf das Display

Nach unseren Recherchen und den Berichten von Insidern wie Mark Gurman deutet alles darauf hin, dass Apple den klassischen HomePod mini und den Apple TV nicht einfach nur „updaten“ will. Die Verzögerung hat einen Namen: J490.

Hinter diesem Code verbirgt sich das lang erwartete Home-Display – ein Hybrid aus iPad und HomePod. Apple scheint die Ressourcen von einfachen Hardware-Refreshes abzuziehen, um ein völlig neues Ökosystem namens homeOS zu etablieren. Wer jetzt ein neues Modell kauft, kauft Technik von gestern, während Apple intern wohl schon das Betriebssystem der Zukunft testet.

Technische Details & Realitätscheck

Schauen wir uns kurz die harten Fakten an, warum ein Nachfolger technisch überfällig, aber strategisch schwierig ist:

  1. Matter & Thread: Beide aktuellen Geräte unterstützen bereits Thread. Ein Upgrade auf Thread 1.4 wäre softwareseitig möglich, benötigt aber keine neue Box.
  2. Wifi 7: Das wäre der nächste logische Schritt für den Apple TV. Aber Hand aufs Herz: Wer hat zu Hause schon die Infrastruktur, um Wifi 7 am Fernseher auszureizen, wenn selbst 4K-Streams kaum 50 Mbit/s benötigen?
  3. Netzteil-Integration: Der HomePod mini hat immer noch das fest verbaute Kabel (bzw. USB-C). Ein echtes Upgrade müsste hier Modularität oder Akkubetrieb bieten – Dinge, die Apple bisher scheut.
Unsplash | Declan San

Also: Kaufen oder Warten?

Wir sehen das gerade so: Apple hat sich mit dem Apple TV 4K (2022) in eine Komfortzone manövriert. Das Gerät ist so leistungsstark, dass es für 90% der Nutzer keinen Grund für ein Upgrade gibt. Beim HomePod mini ist es purer Geiz bei den Komponenten. Wer jetzt ein iPhone 17 Pro (Max) nutzt, merkt den technologischen Graben zwischen dem Handy und der Smart-Home-Zentrale extrem.

Apple wartet nicht auf neue Chips, sondern auf eine neue Idee für das Smart Home. Der Apple TV ist derzeit „ausentwickelt“, und der HomePod mini ist das Stiefkind der Hardware-Abteilung. Wer Leistung will, greift zum aktuellen Apple TV 4K – wer auf Innovation hofft, muss wohl bis zum Start von homeOS warten.

Verena Fuchs 21.03.2026
Quellenverzeichnis (4)

Das Internet vergisst nicht? Leider doch. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unseres Beitrags wurden die verlinkten externen Quellen von unserer Redaktion intensiv geprüft und waren vollständig funktionsfähig. Da Webseiten im Laufe der Zeit umstrukturiert, verschoben oder offline genommen werden, können einzelne Verweise im Original mittlerweile leider nicht mehr erreichbar sein.

Solltest du auf einen „toten Link" stoßen, kannst du uns gerne über unsere Kontaktseite darüber informieren. Wir werden uns umgehend darum kümmern und die entsprechenden Verweise aktualisieren.

Fehlerhaften Link melden
Link in die Zwischenablage kopiert!
Einstellungen löschen?
Deine Cookie-Auswahl wird zurückgesetzt und die Seite neu geladen.